Der NoName-Oszillator    
Experimente
      

von Peter Gerber, HB9BNI     

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Illustration eine der vielen möglichen Schaltungen

Bemerkungen 1: Die Hochpässe haben ihre Widerstände zur positiven Spannungsversorgung. Das ist kein Problem, auch die positive Spannungsleitung ist für Wechselspannungen auf Massepotential. 2: Der dritte Hochpass (derjenige am weitesten links im Bild) hat praktisch den gleichen Shuntwiderstand wie die beiden anderen Sektionen, da die 100k und die 27k für Wechselspannungen parallelgeschaltet sind. Das ergibt dann 21.25 kOhm.

Dieser Oszillator hat eine traurige Vergangenheit. Zwar kommt er überall vor, seit Jahrzehnten, aber immer ist er vaterlos. Kein Eponym ziert sein Auftreten, meist heisst er einfach nur „RC Phasenschieberoszillator“. Die Namensfindung ist offenbar kein einfach zu lösendes Problem, so schreibt noch 2019 der Autor K. Tripetch in einem Artikel ( K. Tripetch: An analysis of a BJT high frequency phase shift amplifier in a polynomial form. WSEAS TRANSACTIONS on CIRCUITS and SYSTEMS, Vol 18, 2019, p 174-178)


Meine erste Begegnung mit diesem Oszillator muss 1964 oder 1965 stattgefunden haben, ich erhielt einen Elektronikbastelkasten von Philips, den EE20. Eine der damit aufbaubaren Schaltungen war ein Morse-Übungsgenerator, und da ich Funkamateur werden wollte, wurde der auch bald aufgebaut. Leider existiert mein Kasten nicht mehr, aber es gibt genügend Bilder im Internet.

 

Vor einigen Jahren habe ich die Schaltung wieder aufgebaut, diesmal gelötet

 

Meine alten AC126 funktionieren alle nicht mehr, der AC128 mit fast genau gleichen Daten lässt sich aber auch verwenden. Der Einstellregler dient nur zur Abschwächung des Ausgangssignals, das zu hoch war für meine Soundkarte. Der Oszillator selbst ist nicht einstellbar und nicht geregelt.

Die Oszillogramme sind, nun ja, nicht gerade reiner Sinus, zumindest nicht nach der Passage des Signals durch das Phasenschiebernetzwerk (gelbes Signal):


Blau: Kollektor, 8 Vss, gelb: Basis, 25 mVss , Abschwächung durch das Netzwerk auf 1 /32. Erstaunlich, was so ein einzelner Transistor an Spannungsverstärkung bringt. Betriebsspannung 9 V.

Das ist das Spektrum des per Soundkarte digitalisierten Ausgangssignals, erstellt mit Audacity. Je nach verwendetem FFT-Fenster und nach der Aussteuerung der Aufnahme ist die erste Harmonische 12 bis 34 dB unter der Grundwelle.

CC BY-NC-ND

Fortsetzung folgt ...


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