



























Der
Reflexempfänger für Kurzwelle
- mit
3 Transistoren um die Welt -

Video AM: https://youtube.com/shorts/hoGbODLwftc
Video SSB: https://youtube.com/shorts/QygpK8jZIrk
Schon einige Jahre faszinierten mich Empfangskonzepte aus den 50er und 60er Jahren. So war es nun an der Zeit auch einmal das Reflex Prinzip zu versuchen; kommerziell verbreitet war dieses Prinzip meist bei preiswerten Taschenradios aus der Zeit, welche für den Mittelwellenempfang ausgelegt waren. Beim Stöbern, an einem verregneten Nachmittag, im Netz stieß ich auf eine vielversprechende Schaltung auf der Plattform Worldradiohistory.
(https://www.worldradiohistory.com/UK/Radio-Constructor/70s/RC-1974-11.pdf)
Der Autor stellte dort eine einfache Schaltung für einen Reflex Empfänger inklusive einer Regelung für vor Rückkopplung vor. Nach einem Probeaufbau erfolgte die Ernüchterung, der Empfang für AM war auf den Kurzwellenbändern in den Abendstunden toll, CW und SSB-Aussendungen waren nicht in den Griff zu bekommen und nahezu unmöglich. Natürlich habe ich heute keine Germaniumtransistoren mehr, deshalb wurde diese, durch heute marktübliche ersetzt. Da ich nun gerne experimentiere und probiere, kam nun diese Schaltung dabei heraus:

Das besondere hier ist, dass es natürlich die früher verfügbaren Denco Spulen nicht mehr gibt. Also wollte ein passender Ersatz gefunden werden. Gelöst wurde das Thema mit einem Wickelkörper mit 10 mm Durchmesser aus Kunststoff. Die Haupspule (1-3) besteht aus 30 Wdg. mit 0,3mm CuL und einer Anzapfung (2) bei 3-4 Wdg von unten. Die Koppelspule (4-5) wird mit 2-3mm Abstand am unteren Ende mit gleichem Wickelsinn und 3 Wdg angebracht. Der Abstand zwischen den beiden Spulen beträgt ungefähr 3mm.

Noch ein paar Worte zur Demodulatordiode, hier lassen sich viele Germaniumdioden einsetzen und funktionieren ganz gut ( OA85, AA119, OA95, OA70, etc.). Mit dem eingetragenen Drehkondensator und der ausgewiesenen Kapazität ist der Empfangsbereich von ca. 5,5 – 16 Mhz verfügbar. Hier macht es durchaus Sinn, entweder einen Feintrieb einzusetzen, oder wie abgebildet 2 Drehko´s einzusetzen. Dabei sollte der zweite ca. 10% der Kapazität des Hauptdrehkondensators haben und auch hier eine Untersetzung jeweils mindestens 1:3 um Sender gut abstimmen zu können.

Der NF Verstärker hat 2 Stufen und der mit (*) markierte Widerstand kann natürlich durch einen winzigen Übertrager ersetzt werden. Dadurch konnte für Rundfunksender in den Abendstunden ausreichender Lautsprecherempfang mit 3! Transistoren, so ganz ohne IC´s oder aufwändigere Schaltungen, erzielt werden. Bei Empfang mit Kopfhörer lassen sich laut und deutlich 40m, 30m und 20m mit CW und SSB empfangen. Meine Empfangsversuche habe ich mit ca. 8 m Drahtantenne durchgeführt. Tagsüber die selbe Länge für Erde, am Abend ohne.

An dieser Stelle möchte ich jeden einmal ermuntern, dieses Konzept zu probieren, sind doch mit wenig Aufwand tolle Ergebnisse zu erreichen.
Manchmal ist Retro echt cool!
