SSB-Filter mit GNU Radio         

 
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Ältere SSB-Transceiver verwenden oft ein Quarzfilter mit einer Filterbandbreite von 2,4 oder 2,7 kHz. Dazu gibt es zwei Quarze für den Überlagerungsoszillator, einen für USB und einen für LSB. Später hat man Wert darauf gelegt, dass die angezeigte Frequenz die des unterdrückten Trägers ist. Dazu blieb der Oszillator gleich, aber es musste zwischen zwei Quarzfilter umgeschaltet werden. Genau dieses Verfahren wird auch hier eingesetzt. Allerdings wird ein Bandpassfilter verwendet, dessen Grenzfrequenzen für LSB und USB umgeschaltet werden.

Der Filteraufwand wird unzumutbar hoch, wenn die Mittenfrequenz sehr hoch und die Bandbreite sehr klein ist. Um die Belastung des Rechners gering zu halten wurde die Zwischenfrequenz diesmal auf 30 kHz gelegt, wie es auch bei einige kommerziellen Empfängern aus der Anfangszeit gemacht wurde. Der Überlagerungsoszillator (BFO) liegt immer auf 30,0 kHz. Das Filter lässt bei USB 30,3 kHz bis 33 kHz durch. Bei LSB wird es über den Toggle Switch um 3,3 kHz nach unten verschoben und lässt 27 kHz bis 29,7 kHz durch. Die Filtersteilheit beträgt 200 kHz an beiden Flanken.

Am HackR One wurde eine Abtastrate von 8 MHz eingestellt. In einem ersten Tiefpassfilter werden nur die unteren 100 kHz herausgefiltert und zugleich die Abtastrate um den Faktor 50 verringert. Der BFO und das SSB-Filter arbeiten daher mit einer Abtastrate von 160 kHz, was auch wieder zur Reduzierung des Rechenaufwands nötig ist. Das mit dem BFO-Signal gemischte Signal ist bereits das fertige NF-Signal. Es wird über den Multiplizier in der Laufstärke verstellt, dann noch einmal um den Faktor 10 dezimiert und als Real-Signal an die Soundkarte mit 16 kHz übergeben. Ein zweiter Empfangszweig umgeht das SSB-Filter und stellt das Spektrum in der FFT-Anzeige dar.



Hier wurde eine LSB-Station bei ca. 7079 kHz empfangen. Unterhalb sieht man den FT8-Kanal, der allerdings USB verwendet. Um FT8 zu empfangen muss man also auf USB umschalten und die Frequenz 7074 kHz einstellen.



So erscheint das typischen Pfeifen vieler unabhängiger FT8-Stationen, die sich auf einer SSB-Bandbreite zusammenfinden. Zur Dekodierung kann WSJT-X verwendet werden. In diesem Fall wurden die Signale akustisch übertragen. Das Mikrofon stand relativ nahe am Lautsprecher. Ob wohl auf diesem Weg vermutlich gewisse Verluste entstehen, konnten zahlreiche Stationen klar dekodiert werden. Die teilweise sehr guten Störabstände bis +6dB zeigen, dass der Empfänger vollwertig einsetzbar ist.




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