Die Strommessung am Kanal AD1 hat einen Messbereich bis 55 mA. Hier
wird ein Strom von ca. 22 mA gemessen, allerdings mit deutlichen
Schwankungen durch die Induktionsspannung der Ankerspulen und mit
einigen Ausreißern nach unten durch Kontaktschwächen der Bürsten. Das
Netzteil zeigte 19 mA und 1,13 V.
Die Spannungsmessung an Kanal AD0 zeigt 0,33 V pro
Skalenteil, hier also im Mittel 1,2 V und deutlich geringere
Schwankungen als die Strommessung, was wohl auf die gute Regelung im
Netzteil zurückzuführen ist. Man muss bedenken, dass hier tatsächlich
die Motorspannung zur Spannung am Shunt addiert gemessen wird. In
diesem Fall entfällt ein Drittel auf den Shunt, sodass der Motor gerade
mit 0,8 V läuft.
Eine Zweikanalmessung geht auch. Der Strom wird hier in Rot
gezeigt, die Spannung in Schwarz. Der Motor wurde hier mit höherer
Drehzahl betrieben. Das Netzteil zeigte 2,42 V und 44 mA. Der Motor
läuft übrigens zusammen mit dem Windmühlenflügel noch bis herunter auf
14 mA, kann aber erst bei einem Strom von 20 mA allein anlaufen.
Um den Motorstrom genauer zu untersuchen wurde das Programm
Scope2.tls geladen und leicht modifiziert. Der Messkanal ist jetzt AD1,
und die Abtastrate wurde mit Delay ms = 1 auf 1 kHz gebracht.
Interessant ist auch das Auslaufen des Motors bei einer
Unterbrechung der Stromversorgung. Diese Messung verwendete wieder das
Zweikanal-Oszilloskop ohne ein TLScript-Programm. Man sieht, dass der
Strom plötzlich auf null abfällt. Der Motor läuft allerdings langsam
aus und erzeugt dabei noch eine abfallende Generatorspannung mit einer
Modulation, die dem Stromverlauf im Betrieb ähnelt, aber in der
Frequenz abfällt.
Die bisherigen Versuche haben bereits gezeigt, dass der Motorstrom
in Näherung proportional zum Motorspannung ist, solange die
Spannungsquelle hochohmig ist und einen konstanten, von der Bestrahlung
abhängigen Strom liefert. Das ist auch bei der verwendeten
Solarzelle der Fall, die mit dem Motor praktisch immer als
Konstantstromquelle arbeitet. und nie die Nennspannung erreicht. Das
bedeutet, dass für die Messung eine reine Spannungsmessung ausreicht.
Ich habe deshalb zwei dünne Drähte direkt an die Motoranschlüsse
gelötet. Die Windmühle kann nun in einiger Entfernung vom
Mikrocontroller optimal aufgestellt werden. Die folgende Messung zeigt
die Motorspannung, während die Mühle im vollen Sonnenlicht auf dem
Balkon stand.
Zu Anfang sieht man noch die schon beobachteten Schwankungen der
Motorspannung. Dann habe ich sie mit einem Tiefpassfilter geglättet.
Dazu wurde ein Elko mit 47 µF parallel zum 10k-Widerstand des
Spannungsteilers, also direkt an den Eingang AD0 gelegt. Die Glättung
ist ausreichend, und Schwankungen, die man jetzt noch sieht, gehen auf
die schwankende Helligkeit zurück. Man sieht, dass der Himmel ohne
Wolken war.
Und dies ist eine Langzeitmessung mit 30 Minuten pro Skalenteil.
Die Messung begann um 13 Uhr und wurde nach 15 Uhr beendet. Man sieht,
dass die Spannung zunächst stetig anstieg. Aber dann geriet die
Solarzelle in einen Schattenbereich, und der Motor blieb stehen.