Der Timer
555 ersetzt hier den bisherigen Mikrocontroller und erzeugt ebenfalls kurze
Impulse mit geringer Frequenz. Der Vorteil ist, dass man die Schaltung besser
an vorhandene Transformatoren anpassen kann. Die Impulslänge ist mit einem
Trimmer einstellbar, sodass die Ausgangsspannung beliebig eingestellt werden
kann. In diesem Fall stammt der Trafo aus dem Hochspannungsteil eines
Laserdruckers, ebenso wie die Gleichrichterdioden und
die Hochspannungskondensatoren. Mit diesen Bauteilen wurde bei einer
Betriebsspannung von 9 V eine Ausgangsspannung bis 2 kV erreicht.
Das sehr kleine Puls-Pausenverhältnis ergibt sich aus dem Verhältnis des
Ladewiderstands 1 M zum Entladewiderstand 0...10 k. Es entstehen also seltene,
kurze Impulse. Am Ausgang (Pin 3) des 555 ist der Ruhezustand high und die
Impulse sind low. Der Trafo kann hier nicht direkt angeschlossen werden, weil
die Induktionsspannung abgeschnitten würde. Deshalb wurde ein NPN-Transistor an
seinem Emitter angesteuert. Zusammen mit dem Ausgangstransistor im 555 ergibt
sich eine Kaskodenschaltung. Am Kollektor entstehen am Ende des Impulses
Induktionsspannungen bis ca. 50 V, die auf der Sekundärseite des Trafos
entsprechend hochtransformiert erscheinen.
Inzwischen ist die SMB-20 eingetroffen
und ich habe herumexperimentiert um den Stromverbrauch weiter zu
minimieren.
Da ich mit den Atmel-µC keine Erfahrung habe, habe ich einen PIC
genommen, da gibt es die LF-Serie die mit Watchdog im Sleep typisch
unter 1 µA kommen (ich habe einen PIC10LF322 genommen). Die Zeiten und
Impulszahlen musste ich natürlich an meinen Trafo anpassen und so komme
ich bei 3,3 Volt als Mittelwert zwischen 25 und 30 µA (200 Impulse 8
µs, Pause 10 µs, = 3,6 ms, Strom dabei 25-30 mA, dann ca 4 s Pause im
Sleep).
Auf der Unterseite ist noch ein Kerko 100 µF direkt an Transistor und
Trafo und ein Kerko 100 nF am PIC. Interessanterweise spielt auch der
Transitor eine Rolle, mit dem BC547 oder KSC5207 erreichte ich sehr
gute Werte, mit BC107 oder STX616 deutlich schlechter.
Nachtrag: Anpassung an einen ESP32 von S.Schneider
Ich wollte den Geigerzähler mit einem ESP32 verbinden, um die Werte
weiter zu verarbeiten. Leider ging das mit der bisherigen Schaltung mit
dem NPN-Transistor nicht, denn am Kathodenwiderstand (R2, s.u.) entsteht
bei einem Impuls des Zählrohres nicht nur die typische Entladekurve (bei
2,2 MOhm für R2 sind es 80-100 Volt).
Es entstehen an R2 auch Störungen in der Grössenordnung von +-10 Volt
durch die Ladeimpulse des CCFL-Transformators und da reagierte der ESP32
auch.
Also habe die bisherige Schaltung modifiziert: statt des bisherigen
Kathodenwiderstandes R2 habe ich einen Spannungsteiler R2/R3 eingebaut;
R3 wird so ausgelegt, dass die Störungen weit unterhalb des Zählimpulses
liegen.
Bei mir ergab sich mit 47 kOhm für R3 ein ausreichender Abstand von 3
Volt vs. 0,6 Volt. Ein Schmitt-Trigger 74HC14 hat eine Schwelle von
knapp 2 Volt bei 3,3 Volt Betriebsspannung und liefert ein sauberes
Signal, das problemlos weiter verarbeitet werden kann.