Elektronik-Labor
Notizen Projekte Labortagebuch
10.8.26:
Multivibrator-Frequenz
Zu einem Lernpaket kam die Frage auf: Warum wird ein einfacher
LED-Blinker schneller, wenn die Betriebsspannung sinkt. Ich wusste es
auch nicht, aber es gab verschiedene Theorien dazu. Jetzt habe ich so
eine Schaltung aufgebaut und durchgemessen. Mir ungewöhnlich kleinen
Kondensatoren von 10 nF sieht man zwar das Blinken nicht mehr, aber die
Schaltung kann einfacher mit einem Oszilloskop und einem Frequenzzähler
untersucht werden. Dabei fiel auf, dass bei hoher Spannung kaum ein
Unterscheid erkennbar ist. Aber an der unteren Grenze ändert sich die
Frequenz merklich. Und es macht einen großen Unterschied, ob ich mit
den LEDs oder ohne (LEDs überbrückt) arbeite.
Mit LEDs:
9 V 858 Hz
7 V 900 Hz
5 V 990 Hz
3 V 1370 Hz
Ohne LEDs:
9 V 730 Hz
7 V 730 Hz
5 V 730 Hz
3 V 720 Hz
2 V 700 Hz
1 V 650 Hz
Damit ist einigermaßen klar, was da
passiert. Mit den LEDs sehen die Transistoren am Kollektor eine um ca.
2 V geringere Spannung und müssen bei kleiner Spannung nur noch sehr
kleine Ströme schalten. Die Kondensatoren werden nur noch gering
geladen und entladen. Ohne die LEDs sieht es anders aus. Nun sieht der
Basiswiderstand eine um ca. 0,6 V kleinere Spannung als der
Kollektorwiderstand. Diesmal wird die Frequenz mit sinkender
Betriebsspannung etwas kleiner.
Mehr
zufällig habe ich danach noch höhere Spannungen bis 30 V angelegt. Dabei kam
heraus, dass ab etwa 10 V bis 12 V die Frequenz mit und ohne LEDs deutlich
ansteigt. Am Oszilloskop konnte ich den Grund dafür sehen. Die BE-Dioden
gelangen zeitweise in den Durchbruch-Bereich und entladen die Kondensatoren
sehr schnell aus dem negativen Bereich unter ca. -10 V. Die Sperrphasen der
Transistoren werden dadurch kürzer.
So, das war der
letzte Versuch in diesem Sommer. Alle Geräte werden abgeschaltet und das Labor
geschlossen. Im September geht es dann wieder weiter.
5.8.26:
LED-Lampe gerettet
Eine LED-Stehlampe zeigte ein starkes Flackern. In diesem Fall war es
eine Lampe mit einem separaten 12V-Netzteil. Meist liegt das Problem an
einer der vielen in Reihe geschalteten LEDs. Das eigentliche Problem
ist die Überhitzung, weil diese Lampen auf maximale Helligkeit
ausgelegt sind, auf Kosten der Betriebsdauer. Das ist besonders
ärgerlich und eine große Umwelt-Sauerei, wenn wie hier die Leuchtmittel
nicht austauschbar sind.
In diesem Fall waren je drei LEDs mit einem SMD-Widerstand in Reihe an
12 V gelegt. Ich hatte den Eindruck, dass in einem Zweig der Widerstand
oder seine Lötstelle das Problem war. Testweise habe ich zwei
Widerstände mit 130 Ohm eingebaut. Es werden jetzt nur noch insgesamt
vier LEDs mit deutlich geringerem Strom betrieben (ca. 100 mA für zwei
solche Platinen). Das Ergebnis ist eine Stehlampe mit reduzierter
Helligkeit und vermutlich unbegrenzter Lebensdauer. Die Widerstände
könnte ich noch ändern, um etwas mehr Helligkeit zu bekommen.