Kernstrahlungs-Spektrometer

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Die PIN-Fotodiode BPX61 eignet sich nicht nur für Kernstrahlungszähler sondern auch für ein Strahlungs-Spektrometer zur Anzeige von Alpha-, Gamma- und Betastrahlung. Die Energie jedes einzelnen Teilchens wird dabei gemessen und in ein Diagramm geplottet. Das Pingpong-Spiel mit seinem ATmega8-Controller und insgesamt 120 LEDs eignet sich zur Auswertung und Anzeige der Sensorsignale. Das Bild oben zeigt das Spektrometer in Aktion. Auf dem Bildschirm sieht man Gamma- und Beta-Signale einer Armbanduhr. Alpha-Signale erzeugen größere Signale weiter rechts auf dem Schirm. Sie wurden aber in diesem Fall durch das Uhrenglas abgeschirmt.


Der Sensorverstärker verwendet einen CMOS-OPV TLC272. Die Verstärkung ist so groß eingestellt, dass Alpha-Signale bis zu 2 V am Ausgang erreichen und Gamma-Signale bis über 0,2 V.



Der Verstärker wurde in eine kleine Blechdose (Fischerman´s Friend) eingebaut. Die radioaktive Probe kommt mit in die Dose im Inneren des Pingpong-Gehäuses. Damit hat man eine doppelte Abschirmung gegen Licht und zugleich eine elektrische Abschirmung des empfindlichen Eingangs. Das Gehäuse enthält außerdem einen Akku und einen 5-V-Regler für den Controller sowie das Programmierinterface für die Pingpong-Platine.



Das folgende Bild zeigt eine Messung an Uran-Pechblende. Wegen der großen Aktivität liegt das Ergebnis schon nach wenigen Sekunden vor. Man sieht Signale höherer Energie. Alle Signale rechts der Mitte zeigen Alpha-Teilchen, was sich durch Abschirmungsversuche mit einem Stückchen Alufolie zeigen lässt. Alle Signale, die eigentlich rechts außerhalb des Schirms liegen, werden von der Software im rechten Kanal aufsummiert. Die Linie ganz rechts zeigt also alle Signale hoher Energie mit Impulsen über 600 mV




Mit diesem Aufbau kann man auch Messungen an Proben mit sehr geringer Aktivität durchführen. Sie dauern dann einfach nur wesentlich länger. Das folgende Bild zeigt die Aktivität eines kleinen Stückchens einer alten Gipskarton-Platte. Das Ergebnis lag nach ca. einer Stunde vor. Es gab nur 18 Impulse in einer Stunde, davon einen eindeutigen Alpha-Impuls und vier Impulse mittlerer Energie, die in der Hintergrundstrahlung kaum gefunden werden. Die Strahlung stammt übrigens tief aus der Erde und wurde mit dem Kohlebergbau an die Oberfläche geholt. Bei der Rauchgas-Entschwefelung in Kraftwerken entsteht Gips, der für die Platten verwendet wird. Da Kohle immer etwas Uran und Thorium enthält, gelangt auch etwas davon die Platten. Die Strahlung ist so gering, dass man sie mit einem Geigerzähler kaum finden könnte. Aber die Energie-selektive Messung zeigt sie.

Zum Vergleich hier eine Leerlauf-Messung der Hintergrundstrahlung. 

 

Man muss übrigens bei der Messung schwacher Aktivitäten gut aufpassen, dass man die Messeinrichtung nicht mit stärkeren Proben kontaminiert. Ein Stückchen Pechblende kann z.B. Isotope mit geringer Halbwertszeit in der Messkammer hinterlassen, die erst mal eine folgende Messung verfälschen können. Zwischendurch solte man daher zur Sicherheit ab und zu eine Leerlaufmesung durchführen. 


Das Bascom-Messprogramm

Das Programm wertet Impulse aus, die über 10 AD-Stufen, also über 50 mV liegen. Nach dem Erfassen der Maximalspannung M des Impulses wird der zugehörige Energiespeicher E(M) um Eins erhöht und die entsprechende LED eingeschaltet. Jeder Speicherplatz erfasst einen Bereich von 50 mV. Die gesamte X-Achse reicht also bis 600 mV. Größere Impulse werden dem letzten Speicher zugeschlagen.

Download: Alphaping1.zip

'Pingpong-Platine
'Kernstrahlungs-Spektrometer
'V0.2: AD-Prescaler = 16, besserre Auflösung

$crystal = 8000000
$regfile = "m8def.dat"
$hwstack = 64
$swstack = 64
$framesize = 64

Dim Leds(12) As Word
Dim X As Byte
Dim Y As Byte
Dim N As Word
Dim D As Word
Dim M As Word
Dim E(12) As Byte

Declare Sub Standby
Declare Sub Test
Declare Sub Initialisierung

Declare Sub Led1(byval X As Byte , Byval Y As Byte)
Declare Sub Led0(byval X As Byte , Byval Y As Byte)

Initialisierung
Config Adc = Single , Prescaler = 16 , Reference = Off
Start Adc

For X = 1 To 12
Y = 1
Led1 X , Y
E(x) = 1
Next X

Waitms 500

Do
Do
D = Getadc(7)
Loop Until D > 10
M = D
Do
D = Getadc(7)
If D > M Then M = D
Loop Until D < 10
M = M / 10
If M > 12 Then M = 12
E(m) = E(m) + 1
If E(m) > 10 Then E(m) = 10
X = M
Y = E(m)
Led1 X , Y
Loop
...


Beta- und Gamma-Messung mit der BPW34

Gleicher Verstärker und gleiche Software, aber die Diode ist jetzt eine BPW34. Man findet nur noch Signale in der unteren Hälfte des Energiespektrums, weil Alpha-Teilchen in der Plastikumhüllung der BPW34 abgefangen werden. Die Leerlaufrate wurde dreimal bestimmt und beträgt zuverlässig 0,2 Impulse pro Minute. Die Messungen an Kaliumchlorid zeigen eindeutig, dass die Diode Beta-Strahlen messen kann. Dagegen haben die Messungen an der Holzkohlenasche und an einem Stückchen Gipskarton kein klares Ergebnis, während die offene BPX61 in diesen beiden Fällen eine Strahlung nachweisen konnte.

 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12  Kanal
 1 0 1 0 0 0 Leerlaufmessung 10 min, 0,2 /min
4 2 3 0 1 1 Kaliumchlorid 10 min 1,1 /min
2 4 0 1 0 0 Kaliumchlorid, dickes Papier 10min 0,7 /min
4 3 2 1 0 2 Kaliumchlorid 10 min   1,2 /min


http://www.youtube.com/user/bkelektronik



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