Strahlenmessung mit BPW34


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Die Fotodiode BPW34 kann zur Messung der Radioaktivität eingesetzt werden. Ein Bauteil für unter einem Euro als Strahlungsdetektor, das macht Spaß. Deshalb wollte ich das mal probieren. Das Bild zeigt meinen ersten funktionierenden Probeaufbau. Auf der Fotodiode ist mit Tesafilm ein kleines Stückchen eines radioaktiven Minerals (Uran-Pechblende) befestigt. Die Signale sind sehr klein. Deshalb musste ich den Verstärker optimieren und alles abschirmen. Außerdem muss der ganze Aufbau sorgfältig verdunkelt werden. Am Oszilloskop sieht man dann für jedes Ereignis einen Peak. Mit diesem Aufbau konnte auch getestet werden, dass die Strahlung eine Alufolie durchdringen kann.


 

Dieser Verstärker reicht aus, um Peaks bis über 100 mV zu erkennen. Alles wurde dann auf einen Streifen Lochrasterplatine gebaut. Die Fotodiode steht allein auf der Rückseite. Alle anderen Bauteile liegen kompakt auf der Bestückungsseite.






Bericht in Elektor: Fotodiode misst Gammastrahlung, Strahlungsdetektor mit BPW34

Dieser Aufbau wurde auch in Elektor 6/2011 vorgestellt. Es kamen Fragen zum Aufbau, weil einige Leser einen Unterschied zwischen dem Foto und dem Schaltbild entdeckt hatten. Das Foto zeigt eine Variante mit RC-Kopplung und mit geringerem Eingangswiderstand. Nach dem ersten Test bin ich aber wieder auf die direkte Kopplung und den größeren Eingangswiderstand übergegangen, weil damit ein besserer Störabstand erreicht wurde. Die verwendeten Transistoren waren vom Typ BC548. Auf Vorschlag der Elektor-Redaktion wurden jedoch in Elektor die noch rauschärmeren BC549 verwendet.


Noch ein Tipp zur Funktionskontrolle: Am Ausgang, also am Kollektor des zweiten Transistors messe ich eine Spannung von ca. 6 V.  Das zeigt, dass der Arbeitspunkt stimmt und alles korrekt funktioniert. Man darf aber nicht erwarten, dass hier schon ein verwertbares NF-Signal herauskommt. Die Impulse sind sehr kurz und auch mit dem Oszilloskop nicht leicht zu entdecken. Deshalb wurde ein Komparator nachgeschaltet (s.u.).  Mit der Schaltungsvariante vom Manfred Hartman (s.u.) geht es aber auch mit drei Transistoren auch direkt. Andere Schaltungen verwenden Operationsverstärker, ebenfalls mit gutem Erfolg


Die gesamte Schaltung muss dann isoliert und mit Alufolie umwickelt werden. Die Alufolie wird mit an Masse gelegt, damit alles gegen elektrische Störungen von außen abgeschirmt ist. Rechts erkennt man den Abdruck der Fotodiode. Hier muss die Probe angenähert werden.



Und so sieht das Ausgangssignal ohne eine radioaktive Probe aus, es kommt nur ein gleichmäßiges Rauschen:



Ganz anders mit einer Probe. Nun sieht man positive Impulse, die sogar die Energie der einzelnen Ereignisse zeigen. Das leichte Überschwingen nach unten wird durch den einfachen Sensorverstärker verursacht. Sicher gibt es am Verstärker und an den Auswertemethoden noch einiges zu verbessern und zu entwickeln.




www.youtube.com/user/bkelektronik


Rückmeldungen zum Video

Matthias:  Ich habe schon öfters von der Idee gelsen, einen Geigerzähler auf Fotodiode basis zu bauen, aber das ist die erste, wirklich gelungene Umsetzung, die ich bis jetzt gesehen habe. Ich stelle mir jedoch die Frage ob man damit wirklich Alphastrahlung nachweisne kann, denn diese wird ja bereits durch ein Stück Papier abgeschirmt. Müsste dan nicht auch die Alufolie und das Kunstoffgehäuse der Diode als Abschrimung fungieren? Ich werde die Schaltung sofort nachbauen wenn ich eine passende Fotodiode bekomme, und die Ergebnisse mit einem klassischem Zähler vergleichen. Ach ja was mich noch interessiert wie viel Strom zieht die Schaltung?

- Die Schaltung braucht ca. 1 mA bei 9 V. Ich war auch überrascht, dass die Diode fast so gut funktioniert wie ein Zählrohr. Vergleichsmessugnen wären interessant. Man müsste andere Proben haben, um die Empfindlichekeit für die verscheidenen Strahenarten zu bestimmen.

transistorbrater: Alphastrahlung kann durch den gegebenen Versuchsaufbau meiner Meinung nach nicht gemessen werden, da die Alphastrahlung das Uhrglas/die Filmdose nicht durchdringen kann..Nichts desto trotz ein gelungener Versuch, mit geeignetem Vorverstärker und dem Programm "PRA pulse recorder analyzer" ist evtl. sogar Spektroskopie möglich. Radium und Pechblende emittieren neben Alphastrahlung auch Beta- und Gammastrahlung. Beide Strahlungsarten sind in der Lage die entsprechenden "Aufbewahrungsgefäße" zu durchdringen. Es wird hauptsächlich die Gammastrahlung sein, die Elektron-Loch-Paare erzeugt (und so zum Nachweis führt)

- Beta vermute ich inzwischen auch, Gamma eher nicht, weil ich keine Nullrate habe, also die Höhenstrahlung anscheinend nicht gemessen wird. Gama müsste zwar auch Signale erzeugen, aber die sind vermutlich zu klein. Ich versuche es mal durch verschiedene Abschirmungen zu testen.

transistorbrater: Kaliumchlorid könnte man ideal als schwachen Prüfstrahler benutzen, das natürlich vorkommende K40 ist ein schwacher Betastrahler.


Messung 2, mit und ohne Abschirmung:


www.youtube.com/user/bkelektronik

Nachtrag: Inzwischen bin ich mit der freundlichen Hilfe von Manfred Hartmann an zwei alte Funkschau-Artikel von 1986 gekommen. Damit wird einiges klarer. Mein ursprünglicher Eindruck, dass die Fotodiode Alpha-Teilchen misst, war falsch. Im Schwerpunkt werden wohl Gamma-Strahlen gemessen.

Literturhinweis: Thomas Rapp, Experimente mit selbst gebauten Geigerzählern, Funken- und Nebelkammern, Franzis-Verlag 2008
(Rapp misst Alpha-Teilchen mit einer BPX61 mit entferntem Glasfenster)

Oder doch Alpha auch mit der BPW34? Ab 4 MeV kann ein Alpha-Teilchen durch die Alufolie mit 15 µm dringen. Die meisten haben mehr Energie. Die Vermutung ist, dass vielleicht beim Einschlag in das Plastik der Diode Bremsstrahlung entstehen könnte, die zu einem Signal führt.

Rückmeldung von Alan: I tried this circuit tonight. I did not have BPW34s but I tried another photo diode and eventually metal-can transistors with the tops cut off to expose the die. With a 2N3055 I was able to easily detect the alpha emissions from Am-241, but so far no luck with gamma or beta, I think my circuit is too noisy. Going to try again with a JFET front-end. www.youtube.com/user/vk2zay#p/u/0/fKNNXvzo8UU

Siehe auch: Enrico Mathesar,World's Smallest Geiger Counter
www.techlib.com/area_50/enricosprojects.htm#Worlds%20Smallest

Nachtrag: Der Komparator



Um die Signale hörbar zu machen wurde der Komparator angeschlossen. Mit dem Poti kann die Auslöseschwelle eingestellt werden. Der Ausgangstransistor verlängert die Impulse, damit es lauter wird. Das Ausgangssignal kann auch einen digitalen Zähler ansteuern.





Impulszähler mit ATtiny13



Ein kleines Programm für den ATtiny13 realisiert einen Impulszähler. Impulse werden jeweils 10 Sekunden lang gezählt und dann über die RS232 an den PC gesendet.



$regfile = "attiny13.dat"
$crystal = 1200000
Baud = 9600

Enable Interrupts

Config Adc = Single , Prescaler = Auto
Start Adc

Open "comb.1:9600,8,n,1,INVERTED" For Output As #1
'Open "comb.2:9600,8,n,1,INVERTED" For Input As #2

Config Timer0 = Timer , Prescale = 1024
On Timer0 Tim0_isr
Enable Timer0

Dim N As Word
Dim Zeit As Word

Do
Zeit = 0
N = 0
Do
If Pinb = 0 Then
Do
Loop Until Pinb.3 = 1
N = N + 1
End If
Loop Until Zeit > 45 '10s
Print #1 , N
Loop

'*************** Timer-Prozedur mit Zeitmessung, Regelkreis, und LCD-Refresh *******
Tim0_isr:
Zeit = Zeit + 1 '4,58 Hz
Return

End
Die Impulse werden mit einer modifizierten Komparatorschalung aufbereitet und an den Eingang B3 des Controllers geleitet. Gleichzeitig kann man über einen Verstärker mithören.



Die Zählergebnisse werden im Terminal empfangen. Man kann sie dann als Text kopieren und in eine Excel-Tabelle einfügen, um sie grafisch auszuwerten.



Das Ergebnis zeigt eine Langzeitmessung mit unterschiedlichen Proben. Phase 1 (ca. 50 Imp/10 s = 300 Imp/min) zeigt eine Uhr mit Radium-Leuchtzeigern. Dann kommt eine kurze Phase 2 ohne Probe und Ergebnissen nahe Null. Phase 3 (ca. 200 Imp/10 s = 1200 Imp/min) zeigt die Strahlung eines Uran-Pechblende-Steinchens im Abstand 10 mm. Und Phase 4 (ca. 180 Imp/10 s = 1080 Imp/min) zeigt dieselbe Probe mit einem Stück Karton mit ca. 0,3 mm Dicke dazwischen. Der Karton absorbiert also ca. 10% der Strahlung.

Noch eine Messung: Bekannt ist ja, dass Senderöhren mit Thorium-haltigen Wolfram-Kathoden arbeiten. Vor einiger Zeit war ich dabei, als eine solche Röhre vom Typ 3-500Z sich selbst zerstörte. Sowas passiert, wenn man nach längerer Standzeit ohne langes Vorheizen die Anodenspannung anlegt. Ich habe die Röhre aufbewahrt. Später ist dann auch noch das Glas gebrochen. So konnte ich die feinen Glühdrähte der Kathode entnehmen und auf einem Stückchen Tesafilm sammeln. Diese seltene Probe kann nun genauer untersucht werden. Es zeigten sich 22 Impulse in 10 Minuten. Die Aktivität ist also gering.



Nachtrag: Rauschunterdrückung, von Manfred Hartmann


Bei meinem ersten Nachbau des Verstärkers war der Elko im Emitterzweig des Ausgangstransistors defekt. Dort im roten Kreis, das ist er. Sollte eigentlich ein nagelneuer LoESR-Elko sein. Kurz vor Weihnachten geliefert bekommen von einer Firma Richtung Nordsee, am Jadebusen. Und ich dachte Schüttgut bzw. Ramsch kommt nur aus Bayern :). Das ist er. Keine Kapazität, völlig taub.


 
Der Elko hatte aber nur Einfluss auf die Gesamtverstärkung. Deshalb musste ich bei den Oszillogrammen auch den Spannungsteiler auf 5mV/div einstellen, damit war der Verstärkungsverlust wieder ausgeglichen.
 
Trotzdem habe ich mich noch einmal mit dem Transistorverstärker beschäftigt. Ich habe noch einen Emitterfolger davor gesetzt und komme so auf eine beachtliche Empfindlichkeit. Man kann also sagen, dass der Transistorverstärker dem OP-Amp Verstärker in nichts nachsteht. An den Ausgang des Verstärkers wollte ich jedoch keinen Komparator setzen, der ungeachtet der Impulshöhe nur Knacken an einem Lautsprecher erzeugt. Ich habe deshalb eine andere Art der "Rauschunterdrückung" gewählt. Siehe Schaltbild:
 


 
An dem 10 kOhm Trimmer kann man der Diode grade soviel Vorspannung geben, dass das Rauschen weitgehend unterdrückt ist, also die Diode noch nicht durchschaltet. Die Impulse werden zwar dadurch auch etwas kleiner aber der Signal-Rauschabstand wird erheblich besser, wie auf dem Oszillogramm zu sehen ist.


Ch.1 ist an NF2 angeschlossen, Ch.2 an NF1.
Ch.1 - 0,1V/div, Ch.2 - 0,2V/div
Zeitablenkung auf  0,2ms/div

 
Zu dem ersten Transistor wäre noch zu sagen, dass er nicht zu sehr rauschen sollte. Ein Noname-Transistor vom Grabbeltisch, den ich zuerst ausprobierte, hat soviel Rauschen produziert, dass man ihn besser als Rauschgenerator benutzen sollte. Von Impulsen war nichts mehr zu sehen. Jetzt werkelt dort bei mir ein Transistor mit Aufdruck "PH", was wohl Philips bedeuten soll. Ausserdem ist die Arbeitspunkteinstellung über den 10 Megohm-Widerstand sicher noch verbesserungswürdig. Die Photodiode habe ich kapazitiv über 1 nF angekoppelt. Wenn man verschiedene Photodioden ausprobieren möchte ist das besser, denn durch die unterschiedlichen Dunkelströme verschiebt sich sonst der Arbeitspunkt des Verstärkers. Der 1-nF-Kondensator sollte ein Folienkondensator sein. Einige Keramikkondensatoren waren bei mir so mikrofonieempfindlich, das bei Anschluss eines Verstärkers mit Lautsprecher schon bei geringen Lautstärken eine akustische Rückkopplung auftrat.


Kaliumchlorid und Betastrahlen


Natürliches Kalium ist wegen seines seltenen Isotops K-40 ein schwacher Beta-Strahler. Ich wollte wissen, ob mein BPW34-Sensor das nachweisen kann und habe mir ein Kilo besorgt. Hier die Ergebnisse:

  • Messung außen an der Plastikdose: 23 Impulse in 15 Minuten (während der Tagesschau mit Strichliste). Also 2,3 Imp/min.
  • Leerlaufmessung zur Kontrolle: 8 Impulse in 7 Minuten = 1,1 Imp/min.
  • Sensor mit Plastiktüte geschützt und in das Salz eingegraben: 20 Impulse in 4 Minuten = 5  Imp/min.

KCl hat 16350 Bq pro Kilogramm. Mit meiner Methode messe ich nur einen kleinen Teil der Zerfallsereignisse. Aber die Messung dürfte zeigen, dass der Sensor für Beta empfindlich ist.  Die geringe Empfindlichkeit macht nicht so viel aus, weil man ja länger messen kann, am besten mit einem Impulszähler.


Messung von Radon-Folgeprodukten

Aus dem Erdboden tritt immer etwas Radon aus. Dieses radioaktive Gas zerfällt mit einer gewissen Habwertszeit und erzeugt dabei weitere Radionuklide. Und diese kann man leicht einsammeln.  Man nehme einen dünnen (0,2 mm), lackisolierten Kupferdraht und spanne ihn isoliert in der Wohnung aus. An den Draht lege man eine negative Spannung zwischen -5 kV und -10 kV. Nach zehn Minuten (und nach Abschalten der Hochspannung!) wische man den Draht mit einem Streifen Papier ab. Auf dem Papier findet man dann eine dunkle Spur, etwas Staub, der vom geladenen Draht angezogen wurde. Und darin befinden sich besonders viele der radioaktiven Radon-Zerfallsprodukte. Der Grund ist einleuchtend: Beim Zerfall erhalten die neuen Kerne eine hohe Geschwindigkeit. Sie streifen dabei einen Teil ihrer Elektronenhülle ab und laden sich positiv auf. Deshalb werden sie vom negativ geladenen Draht angezogen.  


Spannungsquelle mit -10 kV

Wenn man nun dieses „schmutzige“ Papier an den Zähler legt, ist eine hohe Aktivität zu messen. Man kann untersuchen, welche Räume wie stark mit Radon belastet sind. Im Keller ist es deutlich mehr, denn das Radon kommt ja von unten.

Verwendung eines Fernsehers, von Peter Kranl

Das Einsammeln von Radon-Folgeprodukten geht auch noch viel einfacher. Man falte ein Stück eines Küchentuches zu einem ca. 1 cm breiten Streifen ,tränke ihn mit Spiritus und wische damit Streifen für Streifen das Glas des (Röhren-) Fernsehers ab. Die Aktivität kann bis zu 700 cpm gehen. ( Zählrohr baugleich mit Valvo 18504. Mit VB 6 lässt sich das Abklingen der Strahlung sehr schön erfassen:

 

Hinweis: Die Oberfläche der Bildröhre lädt sich nach dem Abschalten für kurze Zeit auf eine hohe negative Spannung auf. Vermutlich erhält man daher die besten Ergebnisse kurz nach dem Ausschalten. Siehe auch: Messung mit dem Elektrometer


Messung mit BPW21, von Frank Hagemann

Mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel (PIN-Dioden Strahlungsmesser ) gelesen und auch versucht ihn mit dem OP Amp-TLC272 Verstärker aus der Funkschau nachzubauen und in Betrieb zu nehmen. Leider ist es mir nicht gelungen, Peaks außer Störungen meiner Lötstation auf dem Oszilloscope zu sehen.  Als Probe habe ich einen Glühstrumpf, Uranmineral. oder einen aktiven Uhrzeiger direkt auf die Diode  verwendet. Erst eine geschlachtete BPW21 (ohne Glas) bringt den Erfolg. Kann es sein, dass die Konstruktion der BPW34 sich verändert hat, und in ihrer Empfindlichkeit  für Strahlen kleiner ist, oder, ich wills nicht hoffen, Ihre Probe extrem strahlt?  Ein Kontrollversuch mit einem Scintillationsmesskopf bringt eine etwa 1000-fach größere Peakanzahl als die geköpfte BPW21.
 
Antwort: 
Der wesentliche Unterschied dürfte sein, dass Alpha-Signale ca. 100-fach stärker sind als die von Beta und Gamma. Ohne Glas haben Sie auch Alpha-Signale, die deutlich aus dem Rauschen ragen. Mit Abdeckung der BPW34 (Plastik + Alufolie) kommt vermutlich nur noch Gamma und teilweise Beta durch. Da reicht schon leichte HF-Einstrahlung oder geringes Restlicht, dass die Signale untergehen.
 Den Unterschied alte/neue BPW34 will ich noch mal untersuchen. Mir ist aufgefallen, dass das Plastik meiner alten Diode "vergilbt" ist. Ganz theoretisch könnte darin ein Szintillatoreffekt auftreten, der bei einer neuen Diode nicht da ist.
Die BPW21 liegt hier auch noch rum, und ich wollte sie schon mal öffnen. Interessant, dass Sie bei Ihnen gut Ergebnisse bringt. Ich war mir bisher unsicher, weil im Datenblatt nichts von PIN-Diode steht. Andererseits war die Vermutung, dass es letztlich eine BPW34 mit Glasfilter ist.

Mylar-Folie, weitere Hinweise von Frank Hagemann

Ich wollte noch mitteilen, dass ich einen kleinen Erfolg bei den Experimenten mit der offenen BPW21 und hauchdünnen lichtdichten Alufolien und Mylarfolien aus einem Wickelkondensator 100 nF / 63 V gewinnen konnte.- Kondensatordrähte kappen, mit einem Teppichmesser den Kondensator längstschneiden und dann abwickeln Die Kondensatorfolie (Mylar? auch ein Forumthema für ca. 50$/ 1 dm^3 ) und Alufolie sind  meines Erachtens Alphastrahlen-durchlässig und schwächen gemeinsam den Pegel um 30-50 % . Bei dem Stichwort Mylar kam mir die Idee mit dem Wickelkondensator.

Bei den BPW34 habe ich im Mikroskop eine Grenzschicht entdeckt, vielleicht kann man diese Dioden ohne Abdeckfenster erwerben. Ich habe versucht, eine Diode aus meinem Array quer mit einem feinen Seitenschneider an der Grenzlinie zu kappen hab sie dabei leider zerstört.


Vergleich BPW21 und BPX61


Endlich habe ich mal eine BPX61 bestellt und Messungen an beiden Dioden gemacht. Die ursprüngliche Vermutung, dass sie ähnlich sind, hat sich nicht bestätigt. Eine geöffnete BPW21 brachte keine größeren Signale als eine BPW34 mit ihrer Plastikumhüllung. Dagegen zeigte eine aufgeschliffene BPX61 deutlich stärkere Impulse, die offensichtlich auf Alpha-Teilchen zurückgehen, da man sie leicht abschirmen kann. Die Dioden unterscheiden sich auch schon im Aussehen. Die BPW21 hat einen bräunlichen Kristall, was vielleicht an einer besonderen Beschichtung liegt. Die BPX61 dagegen sieht bläulich aus. Hier liegt das Silizium wohl tatsächlich offen.

Siehe auch bei Rapp Instruments: Halbleiterzähler mit BPX61
Einsatz als Alpha-Zähler: Messungen an der Uni Namur


Messung mit der BPX61, von Walter Koch



Inzwischen ist der Sensor mit einer PIN-Diode BPX 61 mit intaktem Glasfenster (für Gamma-Messung) aufgebaut. Mit dem Messverstärker mit 2xBC549C erhalte ich sehr gute Impulse auf dem Oszi UTD2102CEL. In der beigefügten Abbildung habe ich die Impulse über einen angemessenen Zeitraum integriert. Zusätzlich baute ich auch einen Komparator mit dem LM 311 auf, mit dem ich eine verbesserte Darstellung erreichen konnte. Natürlich ist der Aufbau mit einer PIN-Diode nicht so empfindlich wie ein Geiger-Müller-Zähler, liefert aber sehr interessante Erkenntnisse. Den Aufbau habe ich in der FSU-Jena, Physik erfolgreich vorgeführt. 


Radon-Zerfall und Halbwertszeit, von Benedikt Zimmermann

Material: Hochspannungsnetzgerät, Kabel, Isolatoren, 10 m Draht, Strahlungsmessgerät, Computer, Taschentuch, Spiritus

Aufbau und Vorgehen: In einem schlecht durchlüfteten Raum mit Stein/Ziegel/Beton-Wand werden zwei Drähte im Abstand von 10 cm aufgespannt und an Isolatoren befestigt. Der eine Draht wird an den positiven Pol eines Hochspannungsnetzgeräts angeschlossen und geerdet. Der andere Draht wird an den negativen Pol des Netzgeräts angeschlossen und die Spannung langsam auf 6 kV erhöht. Den Versuchsbau mehrere Stunden stehen lassen. Danach Gerät ausschalten und negativen Pol erden. Ein Taschentuch in Spiritus tränken und den Draht, der auf dem negativen Pol lag, einmal abreiben.
 

Quelle: http://www.physik-box.de/radon/radonseite.html

Beobachtung: Es findet sich eine schwarze Staub-Spur auf dem Papiertaschentuch. Diese hat bei Messungen mit einem Geigerzähler eine Aktivität von ca. 12 µS/h. Danach wird das Taschentuch in eine Messkammer gelegt und für mehrere Stunden der radioaktive Zerfall gemessen. Dabei ergibt sich eine exponentiell abnehmen Kurve, die sich nach ca. 3 h in der Hintergrundstrahlung verlieren.

Interpretation und weitere Verarbeitung der Messreihe: Nach 180 Minuten ist die Tangente einer linearen Ausgleichsfunktion waagrecht. Von hier an kann davon ausgegangen werden, dass nur noch die Hintergrundstrahlung auf das Messgerät wirkt. Diese beträgt im Mittel ca. 3,6 CpM. Zunächst zieht man diesen Wert von der übrigen Messreihe ab. Um sich mit einer Ausgleichsfunktion in Form einer exponentiellen Funktion zu nähren, beschränkt man sich auf den Zeitraum bis 150 Minuten, danach treten zum ersten Mal Werte < 1 auf. Die vorhandenen Werte werden zu einer Ausgleichsfunktion verrechnet, aus welcher die Halbwertszeit errechnet wird: 

Ausgangsform: N(t)=N(0)*e^ax
Regression ergibt: y=110*e^-0,025x
Berechnung der Halbwertszeit:
0,5 *N(0)=110*e^-0,025x |/N(0)
0,5=e^-0,025x |ln!
ln(0,5)=-0,025x |/-0,025
ln(0,5)/-0,025=x=27,73

Halbwertszeit: 27,73 Minuten



Erklärung: Der schwarze Staub sind Folgeprodukte des Radons, das als natürliches Element der Uran-Radium-Zerfallsreihe in Form von Gas aus dem Mauerwerk austritt. Bei Zerfall streift das Radon einen Teil seiner Elektronenhülle ab, lädt sich so positiv auf und wird von der negativen Anode angezogen und sammelt sich hier.

Die gemessene Halbwertszeit kommt der des Radons 223 mit 23,4 Minuten sehr nahe. Die Abweichung ergibt sich neben Messungenauigkeiten vor allem daraus, dass sich nicht nur Radon 223 sondern auch Radon 222 an der Anode sammelt, welches eine Halbwertszeit von drei Tagen hat. Außerdem zerfällt das Radon 223 in Fr 223 nach ca. 21 Minuten und so weiter. Unter diesem Aspekt ist die Messung erstaunlich genau.

Dazu eine sprachliche Richtigstellung, von Bernhard Schnurr
Die "Aktivität" wird in Bequerel angegeben. Ein Messwert der die Dimension µSv/h trägt kann nur eine Dosisleistung sein. Diese ist jedoch zwingend mit einer Ortsinformation verknüpft und ohne Ortsinformation praktisch wertlos.
Im konkreten Fall kann man natürlich die Ortsinformation erraten. Zum Beispiel: Präparat im Kontakt mit dem Gehäuse des Messgerätes oder der Zählrohroberfläche.
 


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