Schon
als Jugendlicher hatte ich Zugang zu Röhren-Datenbüchern,
weil der Vater eines Freundes vom Fach war. Da habe ich von seltsamen
Röhren gelesen, die ich nie in die Finger bekam, weil sie in
Radios und Fernsehern nicht drin waren. Z.B. die Fotowiderstände
im Röhrenkolben. Sowas muss wohl lange in Steuerungen für
Straßenlaternen verwendet worden sein. Und jetzt - endlich -
konnte ich so ein Teil auf dem Flohmarkt ergattern. Nachgemessen, alles
funktioniert noch perfekt.
Der
besagte Freund hatte auch noch eine kleine Röhrensammlung, die nun
nach und nach aufgelöst wird. Alles wandert dann zu mir, z.B.
diese Mikrowellenröhre der Wehrmacht. Soweit ich es verstehe soll
es eine Triode sein, allerdings mit dem Steuergitter gegenüber der Anode.
Die Anordnung der Elektroden im Detail
Natürlich
musste die Röhre mal beheizt werden. Damit sich was tut, sind vier
oder fünf Ampere nötig, bei ca. 4 V. Aber Anodenstrom konnte ich nicht feststellen. Vielleicht der Zahn der Zeit ...
(Inzwischen ist die Röhre in Jogis Röhrenbude gelandet. Wolfgang Holtmann hat mehr herausgefunden: Es
gibt da noch ganz feine Gitterdrähte um den Kathodenfaden herum.
Es handelt sich offensichtlich um eine so genannte door-knob-Röhre
für militärische Anwendungen um 500 MHz. Jogi hat weitere
Detailfotos geschossen. Darauf sind sogar die feinen Gitterdrähte
erkennbar. Siehe: www.jogis-roehrenbude.de/Roehren-Geschichtliches/Seltsames_Merkwuerdiges/UHF-Triode.htm)
Die E182CC ist dagegen immer noch brauchbar. Die Doppeltriode mit
besonders großen Anoden und einem erlaubten Strom bis 60 mA
eignet sich z.B. für einen Kopfhörerverstärker. (Siehe Kopfhörerverstärker mit der
5687WB, einer Röhre die etwa der E182CC entspricht )
Die
6201 ist eine HF-Doppeltriode, ähnlich der ECC81, aber aus der
"blauen Reihe für Luft- und Seefahrt", was wohl so viel wie
erhöhte Zuverlässigkeit bedeutet. Das sieht man schon an den
vergoldeten Stiften. Man könnte ein Kurzwellenaudion daraus bauen.
Die
E81L für Endstufen und Vorverstärker hat auch goldene Pinne,
aber sonst keine besonderen Daten. Es fällt auf, dass sie
abgeschirmt ist, ähnlich wie eine EF80. Und sie kam wohl in
Oszilloskopen zum Einsatz.
Diese
dicke Röhre PL509 stammt wieder von Flohmarkt, gebraucht, aber
für nur 50 Cent. Man könnte sie verwenden, um dem Tesla-Generator
etwas mehr Power zu entlocken. Ich habe dabei aber auch an eine
Bauruine im Keller gedacht, eine 1-kW-Amateurfunk-Endstufe mit
fünf PL509, wobei eine schon zerbrochen ist. Neben der PL509 liegt
zum Vergleich eine 6J1 (EF95).