Labortagebuch Januar 2018

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12.1.17: Lampenwechsel bei einer Mikrowelle von Klaus Leder



Unser Mikrowellengerät „Mikromat Duo“ der Firma AEG hatte jahrelang Tiefgefrorenes und Speisen zuverlässig erwärmt, bis eines Tages der Garraum in Dunkelheit verharrte – die Beleuchtungslampe hatte ihr Leben ausgehaucht.

Wie beim Backofen wollte ich schnell die Birne auswechseln, doch im Innenraum war kein Zugang zu entdecken. Da es sich um ein Einbaugerät handelt, ergriff mein Sohn die Initiative, um die Kleinigkeit mit dem Schraubendreher zu beheben. Das Mikrowellengerät mit Grill wurde vom Netz getrennt und aus der Küchenzeile herausgeschraubt. Aufgrund der Gefahr durch Hochspannung der geladenen Kondensatoren und evtl. austretende Mikrowellenstrahlung dürfen Mikrowellengeräte nur von Fachpersonal geöffnet werden. Deshalb sind die Gehäuse heute meist fest vernietet. Doch mein Sohn ließ sich nicht abhalten und schraubte ein Blech nach dem anderen ab, um an die Lampe zu gelangen. Nach über zwanzig gelösten Kreuzschlitzschrauben war der Blick ins Innere des Küchengerätes endlich frei. Rechts unten sieht man den Ventilator mit einem Spaltpolmotor, in der Mitte unten den Hochspannungstrafo, darüber die Mikrowellenröhre und oben im weißen Kunststoff die runde Öffnung für die Beleuchtungslampe.



Es handelte sich um eine 25 Watt Lampe der Firma Philips. Ich hatte schon eine Ersatzbirne aus dem Keller geholt, doch die Mikrowellenlampe war mit ihrer Kunststofffassung fest verbunden. Also wollten wir eine Ersatzbirne bestellen, aber die sollte nun sage und schreibe 40,- € kosten! Mein Sohn lötete deshalb die aus der Fassung herauspräparierten Flachstecker an den Sockel unserer Birne. Aufgrund des Verbots und der Gefahren bitte nicht nachmachen!

Nun freut sich meine Frau darüber, dass man den sich drehenden Speisen wieder beim Garen zusehen kann. Aber man staunt, wie viel Technik in einem Mikrowellengerät steckt und dass die Kostenkalkulation über zeitschindende und teure Lampenwechsel durch den Kundenservice erfolgt.


 11.1.18: Bauteletest mit dem Digitalmultimeter



Gesucht war ein möglichst einfacher Test für den Sperrstrom von LEDs. Hier wird gerade ein Sperrstrom von 4,2 nA gemessen. Man beachte: Das Multimeter ist auf Spannungsmessung eingestellt.



Das Multimeter kann als Nanoamperemeter eingesetzt werden, weil der Spannungsbereich einen Innenwiderstand von 10 MOhm hat. Wenn man den Innenwiderstand nicht genau kennt, kann man eine Reihenschaltung mit 10 M messen. Die Batteriespannung wird dann halbiert. Wenn an der LED eine Spannung von 42,3 mV gemessen wird, fließt tatsächlich ein Strom von 42,3 mV / 10 M = 4,23 nA. Das hört sich wenig an, ist aber noch zu viel. Der Grund ist die Beleuchtung der LED, die ja auch als Fotodiode arbeitet. Also wird die LED abgedunkelt. Tatsächlich sinkt die Anzeige unter 1 mV, der Leckstrom liegt also unter 0,1 nA. Test bestanden.





Auch Transistoren lassen sich einfach testen. Mit zwei Widerständen kann der Stromverstärkungsfaktor bestimmt werden. Hier rechnet man rund 3,5 V/V * 120 = 420-fach. Das ist die untere Grenze für einen BC547C. Mehr ist erlaubt.



Hier wurde ein Transistor mit etwas höherer Verstärkung getestet. Aber das geht mit diesem Multimeter auch einfacher, weil ein Transistortester eingebaut ist. Ein Vergleich zeigte, die Methode funktioniert.

3.1.18: Schaltungsanalyse eines Metalldetektors von Peter Krueger



Download (Update 12.1.18): MK-101_Schaltungsanalyse-V4.pdf

Ich hatte mir über die Feiertage den "Kopp MK-101" Metalldetektor mit dem Vierfach-OPV LM324 (wie im Elektronik-Kalender 17) unter die Lupe genommen, die Schaltung analysiert und einige Messungen protokolliert & dokumentiert. Das Gesamtergebnis der Schaltungsanalyse war interessant. Mein Fazit: Die Schaltung wurde von einem Profi-Hardwareentwickler mit Detailkenntnissen in der Metallsucherentwicklung erstellt.

An dieser Variante des Meißner-Oszillators gefällt mir die direkte Verbindung der Rückkopplungswindung an die Q1-Basis, anstatt die sonst übliche Kondensatorkopplung. Der Oszillator schwingt übrigens ultrastabil. Die erweiterte Version "MK-101_Schaltungsanalyse-V4.pdf" enthält nun auch eine LTC-Simulation.







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